Samstag, 22. April 2017

Mit Jeder Möglichen Freundlichkeit

"Wenn der Hirte das verlorene Schaf wieder findet, denkt er gar nicht daran, es wieder in Zorn abzustoßen, oder es gar einem hungrigen Wolf zu werfen. Stattdessen, richtet sich seine ganze Liebe und Fürsorge darauf, es mit jeder möglichen Freundlichkeit anzulocken. Er geht mit ihm mit der obersten Freundlichkeit um, und nimmt das Lamm auf seinen eigenen Rücken, hebt es auf, und trägt es, bis Er das Tier den ganzen Weg nach Hause bringt."

Martin Luther, Luther’s Works, Bd. 36, s. 290-291

Freitag, 21. April 2017

This Is About That

Ich poste meistens keine englischen Sachen hier auf dem Blog, aber dieses kurze Video ist absolut herrlich, und wenn du Englisch kannst, wirst du es sicherlich genießen! Bei der Ehe geht's um das Evangelium.

Verlassen

"Dort geht der Herr zum Kreuz, ganz müde und matt vom Leiden; seine Seele ist matt und krank in ihm. Da ist keine göttliche Gestalt. So erschöpft ist er, daß er unterwegs ohnmächtig niederfällt. Der Sohn des Allerhöchsten fällt ohnmächtig nieder unter dem Kreuz der Schmach! Sie heften ihn ans Holz. Da ist kein Lobgesang. Er wird mit dem Holze aufgerichtet und da hängt er in Erwartung des Todes. Ihr hört kein Frohlocken der Freude.  
Ein ernster Ausdruck liegt auf seinem Gesicht, als ob unaussprechliche Pein sein Herz zerfleischt - als ob das Leiden in Gethsemane ihn abermals am Kreuze befallen hätte - als ob er im Herzen nochmals spräche: „Vater, ists möglich, so gehe dies Kreuz an mir vorüber; doch nicht wie ich will, sondern wie du willst.“ Hört! Er spricht. Wird er nun nicht liebreichere Lieder singen als sie je aus dem Munde eines Märtyrers hervorströmten? Ach nein! Es ist ein furchtbares Ach und Weh, das seinesgleichen nicht mehr hat: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen!“ 
Die Märtyrer sprachen nicht, Gott sei nicht bei ihnen; die treuen Bekenner der Vorzeit riefen nicht also, wenn es zum Sterben ging. Sie jauchzten mitten im Feuer und priesen Gott auf der Folter. Warum? Warum leidet der Heiland also? O, Geliebte, weil ihn der Vater also zerschlug. Jener Sonnenstrahl von Gottes Angesicht, der so manchen sterbenden Heiligen erquickte, war Christus vorenthalten. Das Bewusstsein des göttlichen Wohlgefallens, das manchen heiligen Menschen bewogen hatte, sich freudig dem Kreuze zu vermählen, ward unserem Erlöser nicht zuteil, und darum litt er in dichter Finsternis des Seelenleidens.  
Leset den 22. Psalm und erfahret daraus, was Jesus erduldete. Versenkt euch in die inhaltsschweren Worte des 2., 3., 7. und der folgenden Verse. Die Kirche ruht in den ewigen Armen; aber Christus fand keinen Arm, sondern seines Vaters Hand lag schwer auf ihm. Die gewaltigen Mühlsteine des göttlichen Zornes zermalmten und zerbrachen ihn. Und kein einziger Tropfen Freude oder Trost war ihm vergönnt."
Charles Spurgeon; Christi Tod. (Man kann übrigens bei dieser Seite viele Spurgeon Predigten online auf deutsch lesen. Sehr zu empfehlen!)

Mittwoch, 19. April 2017

Feste Erwartung

"Was kann besser zum Glauben stimmen, als sich getrösten, Gott sei unser gnädiger Vater, da wir Christus als Bruder und Versöhner erkannt haben, als alles Heil und Glück fest von dem zu erwarten, dessen unsagbar große Liebe zu uns so weit gegangen ist, dass Er seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für dahingegeben, (Röm 8: 32), als in sicherer Erwartung des Heils und ewigen Lebens Ruhe zu halten, daran denkend, dass uns Christus vom Vater gegeben ist, in dem solche Güter verborgen sind?"Calvins Lebenswerk in seinen Briefen, s. 37
Gute Theologie bringt wahren Trost.